Die Kommende Herford und die Hospitaliter in Westfalen

Niederlassung des Hospitaliterordens in Steinfurt und Umgebung

 

Rudolf II von Stenvorde lernte den Hospitaliterorden bei einem gemeinsamen (den dritten Kreuzzug) kennen und schätzen.

Nach dem Kreuzzug  holte er die Hospitaliter nach Steinfurt und stiftete 1230 dem Orden Güter in der Umgebung von Steinfurt. Im Gegenzug wurde zum Seelenheil des Grafen und seiner Familie zwei Mal täglich dreizehn Arme mit Speise und Trank vom Orden versorgt.

 

Diese Form von Zuwendung nannte man die „Dreizehn-Armenstiftung“.

 

Unmittelbar neben der großen Kirche in Steinfurt wurde 1244 das Komthureygebäude errichtet.

Dem Hospitaliterorden wurden das Patronat über die Hauptkirche in Steinfurt und die Vermögensverwaltung der Gemeinde von den Herren zu Stenvorde übertragen. Nachweislich waren bis zu 5 Ritterbrüder und 9 Priesterbrüder vor Ort tätig. Für die Armenspeisung und Krankenpflege standen mehr als 30 Bedienstete dem Orden zur Verfügung.

 

Hinzu kamen im Laufe der Jahre Schenkungen von größeren Höfen sowie weitere Besitzungen in der Umgebung Steinfurts.

Die Ordensniederlassung in Steinfurt und Umgebung mit einer Außenstelle in Münster wurde 1282 die größte Komthurey in Westfalen.

Neben den Städten Münster und Steinfurt hatte die Stadt Herford ebenfalls eine besondere Bedeutung im Mittelalter.

Ein nicht endender Strom an Jakobspilgern wählte den bis zu 2.500 Kilometer langen Weg über Herford nach Santiago de Compostella. Hier wurde den Pilgern Pflege und Ruhe zu Teil.

 

So ist nicht verwunderlich, dass der fromme Kaiser Friedrich I, auch Barbarossa genannt, auch hier dem Hospitaliterorden wohlwollend viele Besitzungen bestätigte bzw. übertrug.

 

Auch wenn Barbarossa am 10. Juni 1190 im Fluss Saleph ertrank, war es weiter üblich, dass auch seine Nachfolger den Orden weiter unterstützen.

Das Haus Lippe (insbesondere Bernhard von Lippe, Bischof von Paderborn) war nicht unerheblich beteiligt, wenn es um den Ausbau der Krankenpflege in der Region ging.

 

So wurde auch hier ca. 1240 eine Komthurey der Hospitaliter in Herford gegründet bzw. mit dem Aufbau der Ordensniederlassung begonnen. Das Komtureigebäude mit einer Pflegestelle  wurde nicht unweit zum nächsten Stadttor, direkt an dem kleinen Flüsschen Bowerre errichtet und in den Folgejahren stets erweitert.

 

Da der Orden neben der Pilgerversorgung auch für die Krankenpflege im gesamten Gebiet rund um Herford in Anspruch genommen wurde,  erreichten reiche Schenkungen des Adel und der Bürger Herfords den Orden. Urkunden aus den Jahren 1283, 1285 und 1286 verweisen auf nicht unerheblichen Grundbesitz hin

Abbildung oben "Die Komturei in Herford"

Recherche zum Text beim Stadtarchiv Herford und Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Bodo Schmitz)

 

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