"Kassandra aus Dùn Èideann"

 

Pilgerin

 

Geboren wurde ich im Jahre des Herrn 1221 in der friedlichen, schottischen Stadt Dùn Èideann. Als Tochter eines Schmieds und einer Schneiderin wuchs ich gemeinsam mit meinem Bruder Graham im christlichen Glauben auf. Viele Jahre lebten wir in Frieden und Eintracht, doch im Zuge des englischen Thronstreits änderten sich die Gegebenheiten. Aufgrund der Unsicherheiten über die künftige Entwicklung unserer Heimat und der Angst vor den Engländern forderten meine Eltern meinen Bruder und mich auf, Zuflucht bei unseren Verwandten in Französisch-Flandern zu suchen.


Unser Weg führte uns über das englische Königreich zunächst bis nach Frankreich. Dort trafen wir auf Pilgerströme die sich auf den Weg in das heilige Land Richtung Jerusalem gemacht hatten. Man erzählte, dass sie sich dem Kreuzfahrerheer, das sich unter dem Schutz des Königs Ludwig IV befand, anschließen wollten.
Wir lernten einige Pilger kennen, und Ihre Erzählungen über das heilige Land und die Aussicht auf ein friedliches Leben in Jerusalem veranlassten uns dazu uns den Pilgern anzuschließen. So verwarfen wir den Plan nach Französisch-Flandern zu reisen und schlossen uns den Pilgern auf dieser langen und mühevollen Reise an.


Nach dem Aufbruch in Sens führte uns der Weg über die süd-östliche Route Frankreichs. Nach nur wenigen Tagen Fußmarsch überkamen meinen Bruder große Zweifel an diesem Unternehmen und so entschied er sich die Reise abzubrechen und wie zuvor geplant zu unseren Verwandten nach Französisch-Flandern zu gehen. Schweren Herzens trennten sich unsere Wege. Ich blieb bei den Pilgern und setzte meine Reise in Richtung Osten fort.
Es verging die Zeit, wir liefen im tiefen Glauben und immer mehr Pilger und Kreuzfahrer schlossen sich dem Tross an. Unter diesen Kreuzfahrern befand sich auch eine Gruppe Hospitaliter die von der Kommende in Herford gestartet war.


Die Erfahrungen auf dieser Pilgerreise waren nicht immer gut. Wir haben viele fremde Menschen und Gebiete gesehen und der einzige Schutz der uns geboten wurde, war der Schutz durch die Ordensbrüder. So schloss ich mich innerhalb der Gruppe den Hospitalitern an und zog unter ihrer Obhut weiter in Richtung Jerusalem, in der Hoffnung das Heilige Land lebend zu erreichen.
 

Gun till do cheum, as gach ceàrn, fo rionnag-iùil an dachaidh.
(Mögen deine Schritte von allen Enden der Welt unter Führung des Heimatsterns heimfinden.)

 



-I was born in 1221 A.D. in the peaceful town of Dùn Èideann in the Country of Alba. Being the daughter of a blacksmith and a dressmaker, I grew up to be a Christian together with my brother Graham. For many years we lived in peace and harmony, but due to the unrest over die English throne the situation changed. Because of the insecurity around our future, an our fear of the English, our parents wanted my brother and I to finde refuge with our relatives in French Flanders.


Our path led us through the Kingdom of England to France. There we met a number of pilgrims who were making their way in the direction of Jerusalem in the Holy Land. They told us that they intended to join the Crusaders, who were protected by King Ludwig IV.
We got to know some of the pilgrims with their tales of the Holy Land, and the possibility of a peaceful life in Jerusalem made us decide to accompany them on their long and difficult journey.


After leaving Sens, our path led us across the south-eastern route of France. After only a few days of travelling on foot, my brother started to have doubts
about this adventure and therefore he decided to discontinue the journey and make his own way to our relatives in French Flanders. It was with a heavy heart that we went our separate ways. I remained with the pilgrims and continued my journey in an easterly direction.
Time passed and we travelled onwards, deep in our belief, and more and more pilgrims and Crusaders joined our procession of followers. Amongst the Crusaders there was a group of Hospitaller friars who had started their journey at the commandry in Herford.


Our experiences during this journey were not always positive. We met a lot of people and saw a lot of different places. The only shelter we were given was by the friars. Therefore I joined the friars who were in our group and I travelled under their protection in the direction of Jerusalem, in the hope of reaching the Holy Land safely.


Gun till do cheum, as gach ceàrn, fo rionnag-iùil an dachaidh.
(May your steps from all parts of the world, find their way home, under the guidance of your homestar.)
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