"Bruder Merik zu Mindenerwald"

 

Ritterbruder

 

 

Seid gegrüßt,

mein Name ist Meric zu Mindenerwald, am Tage meiner Geburt anno Domini 1221 herrschte ein unbarmherziger Winter über das Land, so mein Vater immer zu sagen pflegt schadete mir dies um dem Adelsstand ehre zu machen.

 

Das Gut Mindenerwald ist ein großes Gut nahe der statt Minda, mein Vater verwaltete die Ländereien gut und trieb Handel mit der Stadt. So sollte auch ich zu dieser Tätigkeit gebildet werden und lernte lesen, rechnen und schreiben. Oft half ich aber lieber den niederen beim bestellen der Felder oder beim versorgen und schlachten des Viehs, so kam es denn oft zu Auseinandersetzungen mit meinem Vater, der immer strenger wurde. Da mein Wunsch, Ritter zu werden, immer mehr in mir keimte und mein Vater noch einen Sohn hatte dem das verwalten des Gutes besser lag, schickte mein Vater mich mit dem achten Lebensjahr zur Schalksburg, die zu Füßen der Weserporta im schönen Westfalen lag.

Dort unterstellte er mich einem wohl und christlich lebenden Ritter namens Alexander von Eschhorst. Ich lernte Kämpfen, mit dem Schwert, mit der Lanze, mit und ohne Schild, zu Pferd und sogar zu Wasser auf der Weser. Die Schalksburg war mein zu Hause geworden. Nein ich machte es meinem neuen Vormund auch nicht leicht, so saß ich doch auch hier gern mit den niederen in der Schänke zusammen, am Fuße der Burg, Sof und raufte mich mit der Jugend. Die Gepflogenheiten und Tugenden eines zukünftigen Ritters waren am Tage schon schwer genug so konnte ich sie abends leicht ablegen. mein Rittervater erzählte mir stets wie edel und ehrenhaft ein Mann sei, der im geheiligten Land für Kirche und Gott kämpfe, so wollte auch ich diesen Weg gehen.

 

So kam es im wärmsten Sommer meiner Tage Anno 1242 das mein Rittervater mit zwei in der Schalksburg ansässigen Rittern, die mir viel Zeit und Bildung schenkten, feierlich unter den Augen von Adel und Gesinde, in der Burg Vlotho, der Ritterschlag gegeben wurde. Mir wurden mein Hemd, die Kette und mein Schwert gegeben, mit der Hilfe meiner Fürsprecher legte ich mein Zeug an und legte das Schwert um, Herr von Eschhorst legte mir sein Schwert auf die Schultern und sprach die Worte die mich in den Bund der Ritter erhoben, und mit den Worten  "nimm diesen hier, dann keinen mehr“ schlug er mit dem Kettenhandschuh so ins Gesicht das die Menge johlte. Nun war ich ein Ritter, ein Ritter ohne Land, ohne Besitz. Ich hätte nun neben meinem Vater das Gut als erst geborener führen können, doch lag mir dieses immer noch nicht.

 

Mit dem letzten Gold und Silbertalern und meinem Pferd machte ich mich auf zu meinem Freund, dem Schmid der Schalksburg, lies mein Ross noch für den Weg ins heilige Land beschlagen und kaufte für es leichtes Rüstzeug. Die Verabschiedung fiel mir leicht, wusste ich doch ums wiedersehen. Ich ritt los, am Berg entlang, ich kam durch einige kleine Orte wo ich von einem Ritterorden hörte der sich für die Kirche und Gott einsetzte und die Kranken heilte, mein Interesse war geweckt und ich ritt gen Herford zur Hospitaliterkommende zu Johannes Baptist. Dort wurde mir klar das ich auf dem richtigen Weg war, ich trat dem Orden bei und lernte das heilen der kranken, Ich führte buch über alles was mir bei den Behandlungen auffiel zeichnete den Aufbau des Körpers, nach einigen Jahren merkte ich das ich bei den Bauern auf dem Väterlichen Gut viel über die Anatomie des Menschen lernte und so lernte ich weiter an Vieh und schrieb auch dieses in mein buch. Ich lernte auch viele Geistliche, Adlige und auch niedere kennen. Doch waren vor dem Orden und Gott alle gleich, nur ein paar Feinheiten in der Kleiderordnung und einer zu spürenden Hierarchie grenzten Rittertum vom Sergeanten und die wiederum vom einfachen Ordensbruder ab.

 

Ich freundete mich im Laufe der Jahre mit einem Wagenbauer an, Bruder Daniel er war ein beleibter Sergantenbruder der mit dem Schild und dem Schwerte ein Fels im Schildwall war. Ein im Kloster gewachsener nicht ganz so geistlicher Sergeant namens Bruder Joris dessen Vorträge ein ums andere mal gebremst werden mussten sonst wären wir alle in die Hölle gekommen. Sergantenbruder Augustus von Tremonia war ein verschlossener Mann der nicht viel sprach, er war handwerklich und kämpferisch sehr begabt. Zu guter letzt mein Ritterbruder Ingwio von Zundern, er war ein sehr eitler Recke der im guten Hause wuchs doch stets kam er zu den niederen wie auch ich es tat, so wurde er wie auch die anderen ein Freund und Bruder mit denen ich mich gern in die Schlacht warf.

Dann, so Gott es wollte, im Jahre des Herrn 1248 zogen wir los, dem französischen König Ludwig dem IX bei seinem Kreuzzug nach Jerusalem zu unterstützen.

Wenn Gott mir hold und gnädig ist schenkt er mir und meinen Brüdern Glück in der Schlacht und immer einen volle ranzten.

Itaest voluntas Dei,cumgladio et currunt,et fratres mei,cuminarow.

So Gott will, mit Schwert und Schild, in reih mit meinen Brüdern.

 

Deus lo vult

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