"Bruder Joris"

 

Sergeanten-Waffenbruder

 

 

Ich werde Joris gerufen und geboren wurde ich im Jahre des Herrn 1215 im Kirchspiel Stockum, am Rande der Seidfelder Mark, nahe des Dorfes Zunderen.
Als zweitgeborener Sohn des Obermeiers eines Hofverbandes im Tal der Settmecke, ging ich in jungen Jahren bei einem Baumeister in die Lehre. Später kümmerte ich mich um die Instandhaltung der Gebäude und Gerätschaften des elterliches Hofes.
Als ab 1245 die Einkünfte schlechter wurden und die Erträge nicht mehr für die gesamte Familie reichten,
hörte ich von Durchreisenden vom päpstlichen Aufruf zur Befreiung Jerusalems.
Sollte sich mir hier die Chance bieten meine Sterne neu zu ordnen? 
Dort konnte ich vielleicht zu eigenem Land kommen, Reichtümer finden und im Kampf gegen die Ungläubigen sogar meine sündige Seele reinigen.
Und so schloss ich mich Rittern des Johanniterordens an, welche durch das Kirchspiel Stockum zogen, um für den Kreuzzug Freiwillige zu rekrutieren.

In der Ordensgemeinschaft angekommen, lernte ich nach und nach die Ordens-Grundlagen kennen und traf neben vielen neuen Ordensbrüdern
auch einige bekannte Gesichter aus der Heimat wieder.
Da ich nicht adelig war, wurde ich zum Serganten-Waffenbruder ausgebildet 
und feierlich in den Orden des Hospitals des heiligen Johannes zu Jerusalem aufgenommen.
Meine Ordensbrüder erkannten allerdings auch schnell, dass es mit der von mir erwarteten Dizisplin nicht zum Allerbesten stand. 
So hielt ich mich doch einfach nicht an gewisse Regeln.
Ebenso diese ständige Aufopferung und Pflichterfüllung, wie auch eine gewisse Arroganz,

die den jungen Adeligen im Orden von Geburt an anerzogen worden war, war mir unverständlich.
Der Reiz der weltlichen Gelüste war halt einfach noch zu groß, hatte ich sie doch kennengelernt.
Das mit dem Reichtum und dem eigenem Land versuchten Sie mir mühsam auszureden, 
doch wie sagt ein Sprichwort:

Via finis est - Der Weg ist das Ziel.

Mein Talent war daher wohl eher im Schutz der Pilger statt in der Heilkunst oder Gebet zu suchen.
Ebenso kümmerte ich mich aber auch von nun an um die Erhaltung und Pflege der Ordensgebäude.

Im Jahre 1248 kam dann endlich der langersehnte Aufruf, und wir machten uns auf den Weg, Richtung Jerusalem, um es von den Ungläubigen zu befreien. 

 

Deus lo Vult.


 

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