"Bruder Theoderich aus Thelenbbrugge"

 

Sergeanten-Waffenbruder

 

 

Geboren Anno Domini 1226 auf wuchs ich im Thelenbrugger Lande zwischen Lippe und Ems auf einen kleinen Weckerhof als 3. Sohn einer Bäuerlingsfamilie auf.  Von früh an mussten meine Geschwister und ich meinem Vater beim Bestellen der Felder und allen übrigen auf dem Hofe anfallenden Arbeiten unterstützen. Es waren sehr harte und undankbare Arbeiten, welche allerdings notwendig waren um unser karges Dasein überhaupt zu ermöglichen.

 

Mein Vater jedoch war tag seines Lebens dankbar besagten Weckerhof bestellen zu dürfen. In seinen jungen Jahren war er als Waffenknecht im Dienste des Fürstbischofes Bernhard II. von Ibbenbüren, Bischof zu Paderborn . Er hatte in dieser Zeit viel erlebt, und wurde in diversen Grenzkonflikten mit dem Kölner Erzbischof als Frontlinienfüßvolk eingesetzt. Auch wenn er heute nur wenig darüber zu sprechen vermag konnten wir trotzdem viel von Ihm lernen. Wir wollten so viel wie Möglich von Ihm erfahren – wie es ist im Felde zu stehen um seinen Mann zu stehen…

 

Sein Eheweib und unsere werte Frau Mutter  war alles andere als begeistert von unserem Interesse für Vaters vergangene Taten. Sie befürchtete dass wir uns eines Tages vom Hof und damit von Ihnen abwenden könnten um unser Glück im Dienste eines Fürsten auf dem Schlachtfeld versuchen würden um einen sinnlosen Tod zu sterben. Sie war stets bestrebt unsere Familie vor dem Grauen des Krieges und dem sinnlosen Blutvergießen zu bewahren.

 

Sie wusste genau von welch einem Elend Gefechte begleitet werden. Denn im Jahre des Herren 1221 verwüsteten plündernde Bäuerlinge des angrenzenden Boker Landes in dem es aufgrund äußerst unfruchtbarer und karger Sandböden immer wieder Hungerszeiten gab unser schönes Thelenbrugger Land.  Unsere werte Frau Mutter wusste jedoch den sterbenden und verletzten Hilfe zu leisten. Schon Ihre Großmutter war in der Gegend bekannt als äußerst Fähiges Kräuterweib.

 

Im Jahre 1239 stoß jedoch meine sonst mit allen Wassern gewaschene Frau Mutter auf Ihre Grenzen, als meine Geschwister von einer neuartigen Krankheit befallen wurden gegen die kein Kraut gewachsen zu sein schien. Nach 7 Monaten des dahinsiechens schieden Sie dahin. Um mich zu schützen wurde ich in die Obhut eines Präfekten des Fürstbischofes gegeben. Mein Vater kannte Ihn noch aus den Zeiten seines Kriegsdienstes. 

Mein Alltag dort war geprägt von schwerster Arbeit und den Konflikten mit den hiesigen Mönchen. Sie schienen mich nicht zu akzeptieren weil ich kein Gelübte abgelegt habe, aber dennoch mit Ihnen zusammen Arbeiten innerhalb der klösterlichen Anlage verrichtete. Dennoch schienen mir einige von Ihnen wohlgesonnen und unterrichteten mich wie einen Ihrer Novizen.  Ich erlernte das Lesen sowie den Umgang mit geschwächten Pilgern und deren Pflege, wobei mir die Erfahrungen meiner Frau Mutter Zugunste kamen.

 

Eines Tages machten sich einige der hohen Geistlichen auf eine Pilgerreise in das entfernte heilige Land. Um Sie bei der Reise zu unterstützen zog ich mit Ihnen. Unser Weg war äußerst beschwerlich und führte und über Amalfi bis über den Seeweg in die blühende Hafenstadt Akkon. Dort angekommen erkrankte einer meiner Begleiter an einer schweren Sepsis. Als wir Ihn in ein dort extra für Pilger errichtetes Hospital samt Chirurgica brachten musste ich feststellen dass dort alles anders war…

 

Es wurde betrieben von Mönchen welche dort unter Waffen standen. Es wurde Hand in Hand mit gemeinen Sarazenen gearbeitet, welche ein sehr umfangreiches Wissen der Chirurgie und Anatomie zu haben schienen. Sie schienen dort im Dienste des Papstes mit Schwert und Herz den schutzbedürftigen Pilgern Hilfe zu leisten. Ich entschloss mich Ihnen anzuschließen, um den Menschen in fernen Landen mit Kraut und Schwert Schutz zu gewähren – im Namen des heiligen  Johannes und mit dem Segen Gottes.

Mein Name ist Theoderich zu Thelenbrugge und von nun an folge ich dem Heer der Hospitaliter um zu Kämpfen und den Herren Kranken zu dienen. Mein Platz ist bei dem Heer und meinen dienenden Brüdern.

 

---Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum---

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